Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela, der sich in den vergangenen Tagen ebenfalls gegen einen militärischen Alleingang von Bush und Blair stark gemacht hat, griff die beiden Politiker öffentlich erneut an.
Während es in zahlreichen Staaten Afrikas und vor allem in Städten mit zahlreichen moslemischen Einwohnern bereits wenige Stunden nach Kriegsausbruch zu Demonstrationen kam, wurden in Nigeria Demonstrationen von den Machthabern verboten.
Die Entwicklung in Afrika in Schlagzeilen:
- In Kairo riefen Demonstranten antiamerikanische Parolen und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.
- Die USA schließen ihre Botschaften in Südafrika und in Kenia.
- Kenia, das unter den Terroranschlägen 1998 und 2002 litt, äußerte sich kritisch gegenüber den Angriffen. Außenminister Kalonzo Musyoka sagte der BBC, der Irak-Krieg hätte durch Dialog vermieden werden können.
- In Mauretanien, ebenfalls ein moslemisches Land, demonstrierten mehrere hundert Bürger, unter ihnen Parlamentsabgeordnete, auf den Straßen der Hauptstadt gegen den Krieg.
- Eritrea, eines der beiden afrikanischen Länder, die zu Bushs Koalition der Willigen“ gezählt werden, erklärte, dass es das amerikanische Vorgehen stütze, im aktuellen Konflikt jedoch nicht einbezogen sei.
- Der zweite Koalitionspartner, Äthiopien, sagte, dass es den USA wie verlangt die Nutzung von Luftraum und Militärbasen eingeräumt hat.
- Mauritius beschrieb den gestrigen Donnerstag als „tragischen Tag für den Irak und den Rest der Welt“.
- Algerien und Marokko bedauerten, dass militärisches Vorgehen die Diplomatie als konfliktentschärfendes Mittel verdrängt habe.
- Amara Essy, Generalsekretär der Afrikanischen Union, sagte, dass der Beginn des Kriegs Leid und tiefe Reue unter den Mitgliedern der Union hervorgerufen habe.
- Tansania, das 1998 ebenfalls Ziel von Terroranschlägen gewesen war, sagte, dass es von Amerika und von seinen Verbündeten wegen des Angriffs auf den Irak enttäuscht sei.
- Madagaskars Außenminister General Marcel Ranjeva erklärte im staatlichen Radio: „Unsere Hoffnung ist, dass der Krieg nicht lange dauert, weil Frieden wichtiger als alles andere ist.“
- Der Premierminister Burkina Fasos erklärte im Parlament, dass er „fest entschlossen im Friedenslager stünde und rief zu einem Ende der Feindseeligkeiten auf.
