Chirac will ein Auge auf Afrika werfen

Die französisch-afrikanischen Gipfeltreffen gehen auf die nach der Entkolonialisierung vereinbarten regelmässigen Kontakte Frankreichs mit den Führern der französischsprachigen afrikanischen Länder zurück, berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“. Sie umfassen seit einiger Zeit jedoch alle afrikanischen Staaten. Am jüngsten Gipfel sind 53 Staaten vertreten, 37 von ihnen durch ihre Staatschefs.

Für Präsident Chirac ist es die Gelegenheit, die neue Afrika-Politik Frankreichs zur Geltung zu bringen. Nachdem die sozialistische Regierung eine Lockerung der Beziehungen zu Afrika eingeleitet hatte, indem sie mit der traditionellen Politik der Intervention in afrikanischen Konflikten brach, will Chirac sich wieder stärker dem Schwarzen Kontinent zuwenden. Afrika stehe im Zentrum der Prioritäten Frankreichs, versprach er bei der Konferenz.

Die Einladung von Simbabwes Präsident Mugabe hatte für Aufsehen gesorgt: Einflussreiche afrikanische Staaten wie Nigeria und Südafrika hatten ihre Teilnahme am Gipfel von einer Einladung Simbabwes abhängig gemacht. Frankreich hatte Mugabes Einladung damit begründet, dass der Dialog stets besser sei als Sanktionen. Ob das von Chirac mit Mugabe geplante Gespräch unter vier Augen diesen zur Umkehr bewegen wird, bleibt indessen abzuwarten, urteilt die „Neue Zürcher Zeitung“.