Schwarzes Gold bald in schwarzer Hand?

Nach anfänglichen Widerständen haben sich die internationalen Mineralölunternehmen in Südafrika offenbar mit dem von der Regierung geforderten „Black Empowerment“ in ihrem Sektor abgefunden. Im Jahr 2000 wurde festgelegt, dass nach zehn Jahren ein Viertel der gesamten Mineralölindustrie in schwarzem Besitz sein müssen. Die Ministerin für Bergbau und Energie, Phumzile Mlambo-Ngcuka, erklärte: „Wir wollen nicht Dlamini Oil, sondern wir wollen Dlamini innerhalb von Shell.“ Dlamini ist ein weitverbreiteter Name in Südafrika wie Müller im deutschen Sprachraum.

Die Begehrlichkeiten haben zwei Gründe: Zum einen wächst der südafrikanische Markt nicht, so dass jedes neue Unternehmen den anderen Marktanteile abnimmt, was den Gewinn schmälert. Und zum andern ist die Mineralölindustrie sehr kapitalintensiv, so dass die jungen schwarzen Firmen nicht die notwendige Kraft haben, selbst für die teuren notwendigen Investitionen zu sorgen.

Marktführer Engen (27 Prozent), an dem mehrheitlich die malaysische Petronas beteiligt ist, übergab 20 Prozent ihres Kapitals an die Worldwide African Investment Holding, die dafür ihre bisherige Tankstellenkette Zenex einbrachte. Die beiden Unternehmen sind nun auch die Aktionäre von Afric Oil, deren Marktanteil in Südafrika aber nur bei Bruchteilen von einem Prozent liegt. BP (16 Prozent Marktanteil) ging einen anderen Weg und kooperiert mit der Mineworkers Investment Company und der Womens Development Bank Investment Holding, einer Tochter der Womens Development Bank, deren Vorsitzende, Zanele Mbeki, die Frau des südafrikanischen Staatspräsidenten ist. BP South Africa räumte Schwarzen drei Vorstandssitze und 25 Prozent des Stimmrechtes ein. Die Partner werden die rund eine Milliarde Rand über die Zeit aus den ihnen nun zustehenden Gewinnanteilen bezahlen. Zugleich wurde der Grosshandel mit Kraftstoffen als Joint Venture aus BP ausgegliedert, an dem die schwarzen Partner bis zu 55 Prozent erwerben können.

Inzwischen besitzen Schwarze in Südafrika 14 Prozent der Erdölindustrie und kontrollieren über die Tankstellen von Exel, Tepco und Afric Oil acht Prozent des Diesel- und drei Prozent des Benzinmarktes. Die Raffinerien und andere Bereiche der Mineralölindustrie dürften in den kommenden Jahren ins Visier geraten. Doch das Hauptproblem bleibt das mangelnde Kapital. Ob die Regierung mit staatlichen Geldern helfen kann, ist offen.